“Feuer und Stein” oder: der Dialog macht die Musik

Momentan lese ich zum äh…. ich glaube 5. Mal “Feuer und Stein” von Diana Gabaldon. Gerade, wenn man ein Buch so sehr mag und so gut kennt, kann man beim erneuten Lesen tatsächlich auch mal auf die Feinheiten achten und daraus lernen.

Letztlich lese ich das Buch natürlich wegen der packenden Geschichte , aber es ist auch die Gabe der Autorin reale Charaktere zu erschaffen und mit ihrer Sprache überaus lebendige Dialoge zu formen, die mich so begeistert. Da hat man das Gefühl mitten drin zu sein. An Lebendigkeit kann es meines Erachtens kaum eine Autorin von historischen Romanen mit Frau Gabaldon aufnehmen.

Gerade was Dialoge angeht, wird man doch in einigen Romanen nicht gerade verwöhnt. Zu gestelzt, zu gewöhnlich, zu konstruiert – ich bemerke, dass ich da immer schneller genervt bin. Absolutes Negativbeispiel in letzter Zeit war da der strunzdoofe Roman “Die mit dem Werwolf tanzt” von Mary Janice Davidson. Gut, Handlung und Charaktere konnte man auch vergessen, aber besonders die Dialoge haben mich zur Weißglut gebracht.

Das Liebespaar war zum Davonlaufen. Anstatt sich wie normale Menschen zu streiten und zu unterhalten, haben die beiden sich nur ironische Bälle zugeworfen, auf die dann selbstredend immer nur eine erneut unglaublich komische Retourkutsche folgte. Irgendwann habe ich mich gefragt, ob die beiden einen Clown gefrühstückt hatten. Wenn sich zwei reale Menschen in meinem Umkreis so unterhalten würden, würde ich glaube ich die Männer mit den weißen Kitteln anrufen. Ging einfach gar nicht!

Genauso schlimm ist es natürlich, wenn die Figuren so reden, wie momentan Herr Westerwelle, der in jedem Satz drei mal Bürger und Bürgerinnen von sich gibt, damit wir auch alle verstehen, das die FDP eine Bürgerpartei ist. Es wirkt geplant, gestelzt und irgendwie nicht spontan.

Wie es aussieht, ist es eine Gratwanderung gute Dialoge zu schreiben. Vielleicht ein bisschen wie das wahre Leben. Wer will schon immer mit einem bierernsten Menschen zusammen sein oder mit jemandem, der sich ständig einen Keks freut. Eben … die Mischung machts!

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