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Momentaner Lesestoff
Dann will ich doch gleich mal… obwohl ich die letzten Wochen viel “Freizeit” hatte, habe ich so gut wie nicht gelesen.
Eigentlich nur das, was ich für den LoveLetter dringend lesen musste. Seit dieser Woche ist die Leselust ein wenig zurückgekommen.
Zum einen lese ich “Der Besucher” von Sarah Waters. Ein bisher außergewöhnlich gut geschriebenes Buch, aber ich habe von der Autorin auch nichts anderes erwartet. Die Handlung ist momentan noch etwas bedächtig, aber ich kenne sie – das ändert sich irgendwann schlagartig und man sitzt ungläubig vor dem Buch. Bis dahin genieße ich ihre Charakterzeichnung, ihre Fähigkeit Atmosphäre zu schaffen, Dinge zu beschreiben, als könne man sie selbst anfasse. Sarah Waters ist einfach großartig. Punkt!
Dann habe ich gestern ein bisschen in “Die Vintage-Prinzessin” von Nicole Richie reingeschaut und ehm.. ja… knapp 180 Seiten später hab ich dann mal wieder hochgeschaut. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wieso ich mir das Buch gekauft habe. Ich bin dieser Art von Romanen irgendwie überdrüssig, aber ich hatte sehr gute amerikanische Kritiken gelesen und deswegen war ich neugierig.
Wer in der Celebrity Welt zu Hause ist, wird den Namen Nicole Richie schon mal gehört haben. Sie ist die Tochter von Lionel Richie und ist vor ein paar Jahren mehr durch ihr Partyleben mit Paris Hilton, extremen Gewichtsschwankungen, etc. aufgefallen. Irgendwie hat die Dame aber die Kurve gekriegt. Mittlerweile ist sie verheiratet, hat zwei Kinder, hat ihr ganzes It-Girl-Gehabe abgelegt.
Leider bewirbt Blanvalet das Buch zumindest im Innenteil eher falsch. Wenn ein normaler Leser hört, uhh… da schreibt ein It-Girl, dann geben die meisten Käufer dem Buch doch gar keine Chance, weil sie glauben, da probiert ja nur ein Millionärstöchterin ein paar Wörter aufs Papier zu bringen.
Auch der Titel ist da etwas unglücklich, auch wenn er eigentlich passt. Aber sowohl Cover, als auch Titel (und Klappentext)
versprechen eher einen witzigen Roman und an “Die Vintage-Prinzessin” (im Original übrigens “Priceless”) ist eigentlich zu 95% gar nichts witzig. Richie schaut mit ungeschminkten Blick hinter die Fassade der Reichen und Schönen und ihre Hauptfigur Charlotte ist dermaßen einsam und sehnt sich nur nach etwas Rückhalt, Wärme und Liebe. Ich habe das als außergewöhnlich empfunden, wie die Autorin eine Welt schonungslos skizziert und auch verurteilt, aus der sie selbst eigentlich kommt.
Zudem ist das Buch wirklich gut geschrieben. Besonders die Dialoge sind frisch und natürlich. In Amerika scheint sie auch gut anzukommen, denn im Herbst erscheint bereits ihr dritter Roman. Ein weiterer Hinweis dafür, dass sie anscheinend wirklich was kann.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie das Buch ausgeht und hoffe, dass ein paar Leute mehr sich an dieses Buch wagen.
Ansonsten werde ich ab heute “Magie” von Trudi Canavan in einer Leserunde in meinem Leserundenforum lesen. Mal schauen, wie es wird. Wird Zeit, dass ich endlich mal was von Canavan lese.

